Auch mein zweiter Tag in Panama war ziemlich lustig. Mit Patrick, einem deutschen Ingenieurs-Studenten aus Stuttgart, der keine Lust auf das Schreiben seiner Masterarbeit hatte, und Vanessa, bin ich durchs Casco Viejo geschlendert.
Was ich in Panama sehr faszinierend finde, ist, wie nah arm und reich nebeneinander existiert. Das spiegelt sich sehr gut in der Bebauung der Stadt wieder. Einerseits hat man die - für mich als Europäerin, die das sonst nicht so kennt - sehr beeindruckende Skyline mit riesigen Hochhäusern, andererseits findet man sich in der Stadt an manchen Stellen wieder und denkt sich wo bin ich denn bitte hier gelandet.
Dazu kommt die ständige Polizeipräsenz auf den Straßen, die ich zwar als sehr sinnvoll erachte (sonst würden sich die Autos ja noch mehr ineinander verkeilen), die aber andererseits auch etwas befremdlich ist, da die Polizisten hier auch nicht die kleinsten Waffen tragen und teilweise noch sehr jung aussehen.
So viel dazu. Ich habe jedenfalls meine Armbänder Sammlung etwas aufstocken können, da habe ich mich sehr drüber gefreut. Wenn ihr euch jetzt fragt was das eine mit dem anderen zu tun hat, garnichts, aber mir ist keine gute Überleitung eingefallen.
Gegen 13.00 haben wir dann in einem totalen local Restaurant gegessen, wir waren wahrscheinlich die ersten Touris, die sich da jemals rein verirrt haben, sonst war es voll mit Polizisten. Das Essen war super und ich weiß jetzt was 'ich habe Hunger' auf Spanisch bedeutet und es klingt echt schön: tengo hambre.
Anschließend gingst dann erst richtig los. Patrick und Vanessa hatten sich zum Ziel gesetzt unbedingt Margueritas trinken zu gehen und meine Aussage, dass man Pizza doch nicht trinken könne, hatte sie in ihrem Plan noch bestärkt (kurze Info für alle die wie ich auch zu den Unwissenden gehören: Margueritas sind Cocktails; Tequila, Eis und ein bisschen Salz glaube ich). Ja und von da an hatten wir unseren Spaß :D
Ich will das hier jetzt nicht mehr als nötig breit treten, aber ich sags mal so, wir kennen jetzt einige panamaische Biersorten, wurden von Saúl, einem netten Straßenverkäufer, der sein Geld mit dem Verkauf von höchstwahrscheinlich gefälschten Markenparfums verdient, auf ein Bier eingeladen, und sind - nachdem wir auf dem Fischmarkt mehr oder weniger frische Fischfilets gekauft hatten - noch lateinamerikanischen Rum fürs Abendessen besorgen gegangen.
Und das Abendessen liebe Leute, kann ich euch sagen, war der Hammer!!! Vanessa hat fast alleine gekocht (wir haben dafür abgewaschen, ja auch ich, Papa, Olli, ihr braucht jetzt garnicht so verwundert zu tun), aber was die aus den wenigen Zutaten gezaubert hat, mein lieber Scholli. Reis mit frischen (Achtung fraglich) Fisch (der einen komischen Nachgeschmack hatte aber uns geht's allen noch gut) Knoblauch angebraten mit einem Avocado, Gurken, Frühlingszwiebelsalat. Vanessa, auch wenn du das hier nie lesen wirst, du kochst echt richtig gut!
Den Rum haben wir mit einigen Australiern geteilt (ich habe eh nur mal kurz probiert, aber mir war der zu scharf) mit denen wir dann im Anschluss noch in ne Bar gegangen sind. Und ja, was soll man sagen, also das Red Lion hat zwei sehr sehr imposante Argumente, wieso man unbedingt dort zu viel Geld für sein Bier lassen sollte. Und jeder Volldepp hätte es spätestens ab dem Zeitpunkt kapiert, als die sehr sehr junge, sehr sehr attraktive und sehr sehr knapp bekleidete Kellnerin einen freihändigen Blowjob (!) am Shotglass (!!) eines nicht mehr ganz so jungen und nicht mehr ganz so attraktiven Gastes demonstrierte.
Wir saßen alle nur daneben und haben die mit offenen Mund angeglotzt. Danach ging wieder zurück ins Hostel (Happy Hour), aber ich habe mich schon ziemlich früh ausgeklingt, weil ich einfach nur noch müde war (immer noch ein bissl gejetlaged).
Jetzt nur nochmal kurz ne kleine Sache am Rande für alle Menschen da draußen, die wie ich etwas Probleme wegen sehr empfindlicher sehr trockener und gleichzeitig fettiger Haut haben, 36 Stunden Tropenluft und das ist alles passé. Keine Pickel, keine trockenen Stellen, nichtmal mehr kleine schwarze Mitesser Pünktchen auf der Nase. Alles weg! Ich liebe Panama!
+++Vorab: dieser Post ist sehr lang geworden ich weiß, aber das lesen lohnt sich ;)+++
Der gestrige Tag war der Hammer! Also halt wirklich, es war echt perfekt! Diese Flut von Tausend und Abertausend neuen Eindrücken, die auf mich niederprasseln, in Worte zu fassen wird schwierig, aber ich bemühe mich, versprochen!
Mein Tag ging früh los. Um 5h sprach mein Körper zu mir, 'Chaaaaarlie, auuuufwachen, du musst auuuufstehen es ist 11h, der Tag ist schon wieder fast vorbei'. Richtig, ich kann mich jetzt auch zu den Leuten zählen, die wahlweise abends cool an der Bar stehen oder aber auch morgens in Anzug und perfekt gegelten Haaren in der U-Bahn sitzen und jedem der es wissen will (oder eben auch nicht) lauthals erklären wie gejetlaged (bitte noch mit amerikanischen Akzent damits besonders international (das auch auf englisch denken) klingt) sie sind.
Das war aber nicht weiter schlimm, so hatte ich die Gelegenheit, Panama City beim Aufwachen zu beobachten. Wobei, eigentlich müsste man eher sagen zuzuhören. Es ist ein einziges Orchester. Achtung Achtung, begeben Sie sich jetzt bitte zu ihren Plätzen, schalten Sie ihr Handy aus, die Vorstellung beginnt.
Angefangen mit mindestens 3 Hähnen, die gegenseitig versuchen sich zu übertrumpfen. Dann folgt das erste Klappen von Türen, hier und da hört man jemanden etwas rufen. Gleichzeitig beginnt das Pfeifen und Kreischen exotischer Vögel. Es folgt das erste unverkennbare Hupen der Taxis, welches in einem Crescendo anschwillt, bis die Stadt um spätestens 9 Uhr morgens schon aus allen Nächten platzt.
Ich saß derweil im Hostel, habe zugehört, dabei selbstgemachte Pankakes mit Banane und Sirup gegessen (die werden hier nämlich morgens gratis zur Verfügung gestellt), und über meiner Mission für den heutigen Tag gebrütet: mir eine Sim Karte, sowie Flip Flops und neue Unterwäsche zu beschaffen (Gedankenstütze: letzteres habe ich in Deutschland vergessen).
Das mit der Sim Karte hat glücklicherweise ganz einfach geklappt und ich muss sagen, dass mein Spanisch zwar wirklich nicht gut ist, aber ich seit Dienstag einem Lernfortschritt von 500% für mich verbuchen kann!
Unterwäsche und Flip Flops habe ich auch gefunden, die Details behalte ich bei mir, nur so viel, meine Idee mir die Unterhosen in einer kleineren Größe zu kaufen, weil die Frauen hier im Gegensatz zu Deutschland ALLE ein ausgeprägtes Hinterteil besitzen, ist nicht aufgegangen. Dafür besitze ich jetzt vier neue wunderschöne BH's. Und das ganze für unter 30$.
In der selben Straße bin ich bis ungefähr 13 Uhr rumgeschlendert und war einfach nur mit gucken beschäftigt. Das ging ungefähr so: Obst, Polizisten mit Maschinengewehr auf Motorrädern, ups ein Taxi, Frauen in bunten Gewändern und Ketten an den Beinen (Indianer?), Obst, Männer die mir Zeug zurufen (meine kränkliche Blässe und meine verwaschenen grauen Augen scheinen mich hier in Panama DAS Schönheitsideal schlechthin zu sein), noch mehr Obst - huphup - no gracias noch quiero montar tu taxi (habe grade nachgeguckt montar heißt nicht einsteigen wie im Französischen sondern zusammenbauen, upsi) ohhhhhh eine magere Babykatze, darf ich dich retten kleine Maus?, no gracias estoy solamente mirando, na toll noch mehr Obst, oh und etwas Gemüse...und so weiter und so fort.
Neben einer ganz besonders merkwürdigen Konstruktionen habe ich mich sogar getraut auf Spanisch zu fragen, was das ist. Hat etwas gedauert aber ich glaube, er hat mir erklärt, dass man damit den Saft aus Rohrzucker erhält. Probieren durfte ich prompt auch, war lecker!
(Die Fotos dazu konnte ich leider nicht hochladen weil die auf meiner Kamera sind und ich da im Moment leider nicht drauf zugreifen kann.)
Zum Mittagessen habe ich mir dann noch für 1$ eine Ananas gekauft (Gott war die gut,zum Glück habe ich noch die Hälfte übrig), dabei mit denen 'gequatscht' (soy de Berlín y estoy sola aquí para cinco meses) und noch eine Banane sowie eine Einladung in nen Club gratis dazu bekommen (der Typ ist mir dafür noch ohne Scheiß 200 m hinterhergerannt. Bin ich Aphrodite oder was?!). Bei einem anderen Stand hat der Verkäufer mich angequatscht, ich solle doch unbedingt ein Foto von ihm machen, im Anschluss musste ich auch posieren. Seine Verkaufstaktik ist aufgegangen, ich bin mit drei Maiskolben mehr nach Hause gegangen.
Im Hostel hat mich eine neue Zommernachbarim erwartet. Vanessa, französisch sprechende Kanadierin, 25, bereist gerade die Welt "solange bis mir das Geld ausgeht". Mit ihr und Sébastien, 34, ebenfalls aus Kanada, Grade aus las bocas zurück und hier für 3 Wochen im Urlaub, bin ich spontan zum Panama Kanal gefahren, wo wir direkt zwei mal Glück hatten. Zum einen hat uns beim rein gehen ein junges Pärchen wortlos seine Karten in die Hand gedrückt, die waren noch gültig, zum anderen hat uns ein sehr sehr netter junger Museumstypie irgendwie auch sympathisch gefunden, uns quasi eine Privatwohnung dort durchs Museum gegeben und uns schließlich noch zu einem Electro-Festival hier Anfang Januar eingeladen.
Zurück haben wir den Bus genommen, und bei der Gelegenheit noch ein Wombat mit zwei super süßen Wombat Babys gesehen. Wobei das mit dem Bus hier so eine Sache ist. Auf der gleichen Strecke auf der der Bus fährt, fahren auch noch gleichzeitig andere große Personentransportmittel, die dich anwerben in ihren Bus zu steigen während sie bei offener Tür halb auf der Straße hängend an dir vorbei fahren. Man kann es nicht beschreiben, ich habe ein Video gemacht.
Auf dem Rückweg sind mir noch beim Mercado de Mariscos vorbei gegangen, das ist eine Art Fischmarkt, der aber schon zu hatte, und haben in einem der "Restaurants" (Himmel, lass da bloß nicht das deutsche Gesundheitsamt reingucken) für 1,60$ einen kleine aber super super sättigende Portion Ceviche gegessen. Ceviche: Fischgeschnetzeltes mit Zitronensaft. Auch super lecker aber nichts für Olli.
Anschließend sind wir noch durch Casco Viejo, das panamaische Altstadt Viertel, in dem auch das Hostel ist, gelaufen, auf Vanessas Initiative hin noch auf ein Rooftop gegangen wo wir für sündhaft teure 4$ jeder ein Bier getrunken haben. Die Aussicht und das Feeling warens aber alle Mal wert, zumal dann noch aus dem Nichts ein Feuerwerk los ging, währen uns der Wind durch die Haare strich.
Was für ein perfekter Abschluss für diesen perfekten Tag dachte ich, aber da lag ich falsch. Der Abend war ja noch lange nicht vorbei!
Beim Weiterschlendern kamen wir zufälligerweise bei einer Modeschau vorbei, die auf offener Straße stattfand und - ihr werdet es nicht glauben - aber es lief tatsächlich Parov Stelar!
Wir haben zugeguckt, dabei ein bisschen getanzt, und sind dann zum Hostel zurück gegangen, weil es dort in der Hostel eigenen Bar von 9 bis 10 Happy Hour gibt. Bier für 0,50$ und Cocktails für 1$.
Ich könnte euch jetzt von Brian, Mitte 20 aus Australien erzählen, von Anna, Anfang 20 aus den Niederlanden, von Charleen, Alter unbekannt, aus Kolumbien, oder von dem Typen, dessen Namen ich nichtmal aussprechen konnte, Anfang 20 aus Schweden. Aber da ich weiß, dass die Vorstellung, dort bei 26 Grad abends zu sitzen und zusammen mit diesen 'amazing people' Bier zu trinken, jeden armen normal arbeitenden Menschen in Deutschland sofort dazu veranlassen würde zu kündigen, und ich euch lieb habe und das eurer Familie nicht antun möchte, auch wenn es genau die richtige Entscheidung wäre mal Pause zu machen und Mittel-/ Südamerika zu bereisen weils hier einfach geil ist, höre ich jetzt auf.
Außerdem ist es kurz vor 9 Uhr morgens und die Pancakes, meine Ananas und die frische Bananen warten. Ja ich habe euch auch lieb ;)
Hasta luego!
Ich habe es tatsächlich geschafft. Ich bin in Panama!
Die 12 Stunden Flug waren garnicht so schlimm wie ich dachte zumal ich eine sehr sehr nette Sitznachbarin hatte; eine peruanische Ärztin die seit 3 Jahren in Stockholm lebt.
[Achsoo nur eine Sache kurz am Rand: ich habe noch nie so viele verschiedene Wolkenschichten übereinander gesehen wir hier. Wenn man dadurch fliegt ist das, als würde man langsam die verschiedenen Schichten einer Sahnetorte durchschneiden.]
In Panama angenommen war ich angenehm überrascht. Es ist zwar warm und schwül, aber es ist auszuhalten (zumindest jetzt abends). Ich bin zwar durchgeschwitzt und durstig, aber es ist nicht so, dass ich total am Rad drehe.
An der Busstation wurde ich dann prompt von einem Panamanesen (Panamer? Panamaraner? Ick weset och nich) auf mein Käsebrot angesprochen, was ich noch übrig hatte. Ich hab zwar nicht genau verstanden was er wollte, aber ich habe ihm erklärt dass das Brot in Deutschland so aussieht.
Jetzt mal zur Busfahrt. Vorab, in Panama gibt es tausend verschiedene Busse, unter anderem auch so krasse bunte Trucks. Das war schonmal verwirrend. Und der Straßenverkehr ist auch ganz anders. Voll so Entwicklungslandstyle (jaja ich weiß auch, dass das politisch nicht korrekt ist aber is mein Blog hier), überall gehupe und die Straßen sehen aus wie Schweizer Käse. Überall tauchen aus dem nicht irgendwelche Löcher auf. Man muss echt aufpassen!
Letztendlich hatte ich es dann aber auch in einen Bus mit einem total netten Busfahrer geschafft, der mich 1. kostenlos durchgewunken hat und 2. Mir heute echt noch das Leben gerettet hat. Ein bisschen zumindest. Ich war nämlich so staunend durch diese Stadt gefahren, dass ich irgendwie meine Station verpasst habe. Jedenfalls kamen wir irgendwann an die Endstation. Lange Rede kurzer Sinn, er konnte kein Englisch, ich habe nichts von dem verstanden was er gesagt hat. Aber wir haben uns beide nett anlächeln können, wobei ich wohl sein Mitleid erregt haben muss. Jedenfalls ist er extra für mich glaube ich nochmal zur Station zurück gefahren (ich war auch der einzige Fahrgast) und hat mich da abgesetzt, ist noch mit mir raus und hat mir genau gezeigt wo ich ein Taxi bekomme. Sehr nett diese Panamajaner!
Ich bin dann aber doch gelaufen (zum Glück gibt es offline Karten und GPS funktioniert ja auch ohne WiFi). Ob das jetzt hier gefährlich ist oder nicht, ich habe keine Ahnung. Ist vielleicht auch ganz gut so gewesen.
Ich bin jedenfalls im Hostel angelangt und das macht erstmal nen echt guten Eindruck!
Das einzige doofe ist, dass ich meine Flip Flops vergessen habe. Aber ich finde morgen hoffentlich neue.
Jetzt geh ich wahrscheinlich direkt schlafen, neue Leute kann ich auch noch morgen kennen lernen und Abendessen gab's im Flugzeug und ich will jetzt echt nicht nochmal raus.
Buenas noches:*
Nachtrag: ich habe nicht nur meine Flip Flops im anderen Rucksack vergessen, sondern auch meine komplette Unterwäsche. Das bedeutet morgen muss eingekauft werden, bis dahin müssen Bikinis genügen...
Es geht los!
Der Moment auf den ich seit Anfang des Jahres warte ist gekommen. Ich müsste mir jetzt eigtl sehr groß und erwachsen vorkommen, mit erhabenem Gefühl zum Flugzeug schreiten. Die Abenteuerlust und die Entschlossenheit als erste Europäerin den wilden, unerforschten panamaischen Dschungel zu bezähmen, sowie meine neue, total praktische, Wasser abweisende und umfassend einsetzbare Backpaper-Survival-Outdoor-Bauchtasche von Globetrotter, sollte die Menschenmenge, die vor mir beim Boarding steht, ehrfürchtig zur Seite weichen lassen. Stattdessen sitze ich hier im kleinsten (immerhin fertig gestellten) Flughafen Berlins unter lauter gut aussehenden, Anzug tragenden Jungbankern auf dem Weg nach Frankfurt, die kränkliche Blässe meines Gesichts alle paar Zentimeter von einem leuchtend roten Pickel unterbrochen, und fühle mich auf einmal wieder ganz klein. Mama!
Der Morgen ging schon super los. Nachdem ich gestern einen gesamten Tag gebraucht hatte, um meine Klamotten vom Boden in den Rucksack zu bekommen, alles schön eingepackt hatte und schon hier und da ein paar Tränchen verdrückt hatte stellte ich heute morgen im Auto fest: Papa, mein Portemonnaie ist nicht da. Hektisches Suchen, neee wirklich das fehlt. Lange Rede kurzer Sinn, es lag in meinem großen Rucksack. Ups!
Am Flughafen folgte dann der Abschied von Mama, Papa und meinem Olli-bebi, den ich so lange hinzog, dass Papa sich wohl Sorgen um die Parkgebühren gemacht haben muss, ich wurde schließlich jedenfalls abgestoßen wie ein junges Kalb von seiner Mutter.
+++UPDATE+++
Mittlerweile ist es kurz nach acht und ich sitze in Frankfurt. Während ich grade noch über den Wolken einen wunderschönen Sonnenaufgang genießen durfte ist hier die Welt im einen zarten Grauschleier getönt. Der Flug war kurz, ich hatte einen netten Sitznachbarn, eine Chemiker der beim Deutschen Institut für Normung oder so gearbeitet hat.
Hier in der Wartehalle sitze ich jetzt einer jungen Frau und ihrem kleinen 3 jährigen Sohn gegenüber. Ich kenne die Sprache nicht, ich tippe auf Osteuropa, vielleicht auch Kroatien?
Der Sohn ist jedenfalls super süß und rennt hier herum, seiner Mutter scheint das peinlich zu sein. Oh, jetzt hat sie ihr iPad rausgeholt und Sohnemann ist plötzlich ruhig. Naja...
Derweil schau ich mich im Duty Free Shop mal nach etwas Schminke um. Ich weiß echt nicht wer auf die absurde Idee kam, dass Blässe vornehm sei. Ich kann jedenfalls sagen, dass dies nach 3 Stunden Schlaf und roten Augen definitiv nicht der Fall ist. Höchste Zeit für etwas Äquator Sonne...
Jetzt ist der Donnerstag schon wieder fast vorbei und es sind nur noch 3 Tage bis zum Abflug und ich bin aufgeregt!
Nichtsdestotrotz gibt es hier noch viel zu tun und ich gebe mein bestes überall hinterher zu kommen. Und es gibt auch noch eine super Nachricht: ich hatte heute ein Bewerbungsgespräch und wurde angenommen! Ich werde - wenn ich zurück bin - ein vierwöchiges Praktikum im Max-Planck-Institut für molekulare Genetik machen. Ist das geil oder ist das geil?! :D
Ich habe mich echt gefreut, dass auch das jetzt noch geklappt hat.
Außerdem hab ich heute schonmal ein bisschen mit Packen angefangen - Klamotten rauslegen und so - bin aber auf ein kleines Problemchen gestoßen; mein Rucksack ist höchstwahrscheinlich zu klein und ich habe nicht genug zum Anziehen. Aber gut, wozu ist man Frau ne?
Den Abend haben Mama und ich echt schön ausklingen lassen. Wir waren im Botanischen Garten, beim Christmas Garden und waren beide überrascht, dass es so schön war.
Die bunten Kugeln in der Hügellandschaft haben mich an die Teletubbies erinnert, nur die über amerikanisierte Christmas-Musik hat manchmal ein bisschen genervt aber es war noch erträglich.
So ich möchte diesen Post eher kurz halten, außerdem bin ich müüüüde und möchte nochn bisschen chillen. Bonne nuit :*
Mein Handy hat sich heute spontan dazu entschlossen nicht mehr anzugehen. Jetzt sind alle meine Kontakte weg (hab die auf dem Gerät gespeichert, nicht auf der Sim Karte und kein back up gemacht). Wenn du das liest schreibt mir eine Nachricht mit deinem Namen, damit ich irgendwie wieder an die Nummer komme.
Daaaaanke♡
So da bin ich wieder. Über zwei Jahre später.
In meinem Leben hat sich vieles verändert. Das größte Ereignis war natürlich mein Abi. Die erste Hälfte des Jahres habe ich viel mit Lernen verbracht, immer mit dem Ziel vor Augen, einen guten Abschluss zu machen um eines schönen Tages Medizin studieren zu können. Für einige kam daher auch meine Entscheidung, mich nicht direkt um einen Studienplatz zu bewerben, etwas überraschend.
Diese Menschen kann ich beruhigen, ich werd euch hoffentlich irgendwann mal eure Wehwehchen heilen können, ihr müsst euch nur noch ein bisschen gedulden und ein Jahr länger warten.
Dieses Jahr gehört nämlich nur mir!
Seit ich mit 8 oder 9 Abby Lynn gelesen habe, wusste ich, dass ich nach der Schule ins Ausland gehen wollte und jeder der mich und meine Beharrlichkeit kennt, mit der ich meine kleinen und großen Pläne so verfolge, wird sich jetzt nicht wundern wenn ich euch erzähle, dass Klein-Charlöttchen postwendend mit dem Sparen angefangen hat.
Jetzt also Panama. Dabei wollte ich ursprünglich eigentlich nach Australien (Abby Lynn spielt nämlich auch in Australien), aber seit unsere schöne Bundesrepublik zu versuchen scheint, das Land - mit der Hilfe Tausender engagierter Post-Abiturienten - langsam aber sicher zu besetzen, habe ich da keine Lust mehr drauf. Und das Mienenspiel der Leute, die Australien/Neuseeland erwarten aber Panama hören, wenn ich davon erzähle, ist die Sache allemal wert.
Was vielleicht noch etwas verwunderlich sein könnte ist die Länge der Zeit, in der ich da bin; knapp 5 Monate vom 12. Dezember bis zum 26. April.
Solltet ihr jetzt da sitzen und rechnen 12 Monate -5 = 7, Mensch da fehlt doch noch was, Glückwunsch, ihr habt in der 1. Klasse aufgepasst. Vielleicht wird das ja doch noch was mit dem Nobelpreis🎓
Die Erklärung ist relativ einfach: ich wollte so viel wie möglich machen. Mein bisheriger Sommer (und für mich ist ja schließlich in weniger als einer Woche wieder Sommer😁😋) sah kurz gefasst folgendermaßen aus:
Segeln mit meinem Babschie
Festival
Interrailtour durch Deutschland, den Niederlanden, Belgien (aber nur zur Durchfahrt und weils sich cooler anhört) und Frankreich
3 monatiges Krankenpflegepraktikum in der Gastroenterologie des Krankenhauses Havelhöhe (danke nochmal an das ganz tolle Team, ihr seid die Besten)
Hamburg
Was nach Panama passiert ist - bis auf den TMS den ich schreiben werde - noch nicht ganz klar, ich bin gespannt.
In Panama selbst werde ich für 3 Monate in Las Lajas sein und hier http://www.lotuyo.info arbeiten. Den Rest der Zeit möchte ich - ganz klassisch - das Land mit Rucksack erkunden.
Viel mehr kann ich euch dazu eigentlich auch noch nicht verraten, aber ich werde euch auf dem Laufenden halten. Ich habe mir vorgenommen während meiner Zeit in Panama hier wieder regelmäßig zu schreiben und ich habe auch wirklich Lust darauf, allerdings werden die Posts wahrscheinlich etwas kürzer werden. Das hat zwei Gründe: 1.) ich möchte in Panama so wenig Zeit wie möglich vorm Bildschirm hängen und 2.) habe ich in England gemerkt, dass ich zum Schluss hin keine Lust mehr hatte, weil das Schreiben immer so viel Zeit in Anspruch genommen hat. Wenn ich erstmal schreibe macht es mir auch Spaß lange Texte zu verfassen, aber das Aufraffen fällt mir leichter wenn ich mir sage, weniger reicht auch aus. Und Letzteres ist ja auch eine der Sachen, die ich dieses Jahr lernen möchte...
Das war ein schönes Schlusswort, ich bin Gespannt auf die Zukunft und freue mich schon ganz doll!!!
Sooo, da bin ich wieder. Naja, ich war ja nicht wirklich weg, ich war in den letzten zwei wochen einfach nur ein bisschen zu faul zum Schreiben. Wird jetzt nachgeholt :)
Exeter und Fressparty 3.0
Am Samstag vor 3 Wochen (?) war ich mit Hanna, Jonny und Pati in Exeter zum shoppen. Bzw. Hanna und ich waren shoppen und die Jungs durften hinterher latschen. Nach kurzer Zeit hatten sie keinen Bock mehr und außerdem hatte Jonny ein Schuhgeschäft entdeckt. Deswegen splitteten wir uns auf, Hanna und ich haben Klamotten gesucht während Pati Jonny beraten durfte. Später haben wir uns wieder getroffen und sind essen gegangen. Während Hanna und ich dann noch ins Café gegangen sind, fuhren Jonny und Pati zurück nach Torquay.
Am Sonntag Morgen haben wir uns dann wieder getroffen, diesmal Jonny, Pati, Lisi (deutsch), Chloe (englisch) und ich. Es ging zu Brody's Breakfast. Brody's ist ein Bistro, in dem es morgens all you can eat englisches Frühstück gibt. Es war ziemlich lecker. Anschließend haben wir am Hafen gechillt.
Plymouth
Vor 2 Wochen war ich dann mit Hanna und Kit (englisch) in Plymouth. Plymouth ist super, in half term break werde ich sicherlich nochmal dahin fahren. Kit hat uns einen Laden gezeigt der sich T.k.Maxx nennt. Das Ding ist der Hammer. Du kommst rein und es sieht irgendwie ein bisschen billig aus weil die Klamotten, Accessoires... so durcheinander gewürfelt sind. Und dann guckst du genauer hin und siehst dass jedes Stück eine Einzelstück ist, von englischen und internationalen Designern. Und dann guckst du auf den Preis und denkst du bist im Himmel ;-D . Der Laden verkauft nämlich Deignerklamotten aus der letzten Saison für einen Spottpreis. So Bin ich zum Beispiel an ein Portemonnaie einer londoner Designerin gekommen. Im Originalpreis 79 pounds (ca. 93 €), habe ich es für 17 bekommen. Andres Beispiel, ein Top von Ganni für 89 pounds (ca. 105 €), war auf 20 pound runtergesetzt. Und genau darinn liegt das Problem, ich sehe diese ganzen Designersachen die für ein Apfel und 'n Ei verschachert werden (Ralph Lauren Shirt für 25 pounds) und will sie unbedingt haben. Und wenn sich das ganze an der Kasse dann addiert ist der Preis letztendlich doch nicht niedrig. Naja, anderseits, wer hat schon die Chance als Deutsche mal eben so in England sich Designersachen kaufen zu können. Und da ich nicht mehr groß wachsen werde und der Vorteil an Designersachen ja unter anderem eine gute Qualität ist, zumindest meistends, beruhige ich so immer mein Gewissen ;)
Und letztes Wochenende
Dieses Wochenende war ein bisschen ruhiger als die Anderen. Ich habe mich zwar am Samstag mit Pati und Jonny getroffen, und wir haben auch gegessen (allerdings nicht so viel dass man es als Fressparty bezeichnen könnte), alles in allem war es aber doch eher eine ruhige Veranstaltung. Und gestern, da bin ich mal zu Hause geblieben und habe alles was sich so über die Zeit angesammelt hatte gemacht. Hasusaufgaben, Joggen, bloggen... wobei ich damit erst heute in der Schule fertig geworden bin. Ich wollte das zwar gestern machen, aber mein Computer hat sich jetzt wohl endgültig dazu entschlossen zur BSR zu gehen. Auf Grund dessen konnte ich das gestern nicht mehr machen. Naja :/
Und ab Donnerstag habe ich ja schon wieder half term break. Muss zwar ein paar Sachen für die Schule hier machen (und hoffentlich bekomme ich die Blätter aus Deutschland rechzeitig so dass ich in den Ferien mal zwei Tage intensiv lernen kann), aber sonst ist das ziemlich cool.
Because of Weihnachtsgeschenke kaufen und so... ;)
Torquay Harbour, Unbearbeitet (!)
Zitat von mir selber "Nö, das Bild ist blöd, wir müssen noch eins machen." Das hier ist Foto fünf, danach wollte keiner mehr ;-)
Oh Gott, Pancakes mit Erdnussbutter oder Ahornsirup *.*
Und das restliche Zeug wird dannach in einer epischen Schlacht, Möwen vs. Möwen und Tauben, aufgebraucht. Man beachte das Stück Pancake was noch aus dem hals der Möwe rausguckt.
Am Hafen rumgammeln, die letzten Sonnenstrahlen genießen und...
...Regatta in Torbay beobachten, hat mich an Warnemünde erinnert
Das ist ungelogen eins der besten Dessert die ich je in meinem Leben gegessen habe. Wirklich!
Wenn du in England bist mussz du dich vor den Viechern in Acht nehmen. Das sind Zombieschnaken! Du killst die und 30 min später, schwupps, liegen sie nicht mehr im Mülleimer sondern fliegen fröhlich durchs Zimmer uns halten dich vom Schlafen ab.